energiekonzepte

Gleichgültig ob die Wirtschaft "brummt" oder stagniert - fossile Energieträger sind knapp, CO2 und andere Treibhausgase sind ein Problem und Energie wird immer teurer.

Und es stimmt nicht, dass man sich ökologische Rücksichtnahmen nur in Zeiten starker Wirtschaft leisten kann. Vielmehr könnte unsere Wirtschaft gerade durch ein neues ökologisches Bewusstsein stark werden!

Wir bauen schon seit über 15 Jahren Niedrigenergie-Häuser. Weil Energiesparen der einfachste und erste Schritt ist.

Daneben gibt es aber auch die Möglichkeit, die regenerativen Energiequellen aktiv zu nutzen - z.B. die Energie der Sonne über Photovoltaik zur Stromgewinnung oder über Geothermie zum Heizen.

Energiekonzepte entwickeln heißt für eine komplexe Situation das Beste zu finden. Dabei gilt es sowohl die Kosten als auch die Rahmenbedingungen im Auge zu behalten.

Wir haben in den vergangenen Jahren für sehr unterschiedliche Bauherren und Nutzergruppen verschiedene Konzepte entwickelt, die wir Ihnen auf den folgenden Seiten kurz vorstellen möchten.

Es handelt sich dabei um eine Siedlung mit 104 Wohneinheiten, ein Studentenwohnheim in Pforzheim und ein Studentenwohnheim in Karlsruhe. Bei den beiden Studentenwohnheimen sind zwar Bauherr und Nutzergruppe gleich, die Situation vor Ort aber ist sehr unterschiedlich, was zu sehr verschiedenen Lösungen führte.

Wir sind keine Fachingenieure. Das heißt, wir können in unserer Arbeit auf die Hilfe von Fachleuten nicht verzichten. Unser Ansatz ist jedoch der Überblick über die komplexe Gesamtsituation.

Gute Energiekonzepte beachten neben den ökologischen und ökonomischen Zusammenhängen auch die Gegebenheiten und Bedürfnisse in der jeweiligen Situation vor Ort.

Eine Fabrik kann man nicht mit dem gleichen Energiekonzept planen wie ein Ferienhaus.

Bei beiden lässt sich aber garantiert eine Menge besser machen...

energiekonzepte im vergleich

Wohnen am Steinweg

Studentenwohnheim
Pforzheim

Studentenwohnheim
Karlsruhe

Besonderheiten der Planung

erstes Projekt als Generalplaner

Generalplaner

Generalplaner

Struktur

104 Wohneinheiten in Reihen- und Geschosswohnungsbau, 12 Hausreihen in 3 Quartieren

231 Wohnheimplätze in Wohngruppen und Appartements, 2 Gebäude

236 Wohnheimplätze in Wohngruppen und Appartements, 2 Wohngebäude, 1 Gemeinschaftsgebäude

Grundlast/ Energiebedarf

übers Jahr gleichmäßig

übers Jahr ungleichmäßig

übers Jahr ungleichmäßig

Energiesparmaßnahmen

Niedrigenergiestandard, teilweise Wintergärten, 18cm WDVS

Niedrigenergiestandard, 18cm WDVS

Niedrigenergiestandard, 20cm WDVS

Energieversorgung

BHKW für die gesamte Siedlung, 2004 Aufbau einer Photovoltaik-Anlage mit 28,8 kWp

Erdwärme mit Wärmepumpe

Anschluss an Fernwärme

Besonderheiten

BHKW mit Kraft-Wärme-Koppelung, Spitzen über Brennwertkessel (zentral) abgefedert mit BHKW 70% Reduzierung der Schadstoffemissionen gegenüber Brennwerttechnik

Pufferung in Wandheizungen, damit Wärmetauscher reduziert

Wandheizungen, Kosteneinsparungen aus einfacher Haustechnik in WDVS investiert

Photovoltaikanlage mit 45 kWh in Planung

BUS-Installation

BUS-Installation

BUS-Installation

Studentenwohnheim Pforzheim

Ein BHKW wie am Steinweg verbietet sich in einem Studentenwohnheim, da dort die stete Nachfrage fehlt. Die tageszeitlichen Schwankungen, insbesondere aber die stark unterschiedliche Nachfrage an Wochenenden und in den Semesterferien machen ein flexibleres System nötig.

In Pforzheim entschieden wir uns für die Nutzung der Erdwärme (10 Sonden à ca. 150 m Tiefe), da zum Einen durch das Grundwasser der Wärmeeintrag sehr hoch ist, zum anderen aber auch die relativ geringen Energieerträge aus der Erdwärme über die Wandheizung gut gepuffert werden können, so dass nicht in Spitzenabnahmezeiten auch Spitzenlast gefahren werden muss. Vielmehr macht die BUS-Steuerung es wiederum möglich, die steten Erträge in den Wandspeichermassen zu puffern, so dass wir mit einer relativ kleinen Wärmepumpe auskommen.

Studentenwohnheim Karlsruhe

In Karlsruhe haben wir gegenüber Pforzheim wieder eine gänzlich andere Situation.

Zwar sind die Anforderungen durch die Nutzer gleich, allein die Situation vor Ort ist unterschiedlich. So kommt durch einen schlechteren Energietransport im Grundwasser und durch ein grundsätzliches Verbot durch das Wasseramt der Einsatz einer Wärmepumpe nicht in Frage.

Zudem liegt eine Fernwärmeleitung vom Kraftwerk im nahe gelegenen Rheinhafen in unmittelbarer Nähe des Wohnheimes, so dass mit relativ geringen Kosten ein Anschluss an diese Wärmeversorgung geschehen kann. Somit fällt auch die Steuerung im Haus einfacher aus.

Die hierbei eingesparten Kosten haben wir in eine stärkere Wärmedämmung (20 cm gegenüber 16 cm in Pforzheim) investiert, um die Energienachfrage auf diesem Wege nochmals zu senken.

Wohnen Am Steinweg

In der Siedlung Am Steinweg haben wir 101 Wohneinheiten in 3 Bauabschnitten à 4 Reihen zentral versorgt. Die Siedlung umfasst sowohl Reihenhäuser als auch Maisonetten-Wohnungen in Geschosswohnungsbau.

Zur Energieversorgung der gesamten Siedlung wurde ein Blockheizkraftwerk (BHKW) errichtet, das, mit Erdgas betrieben, die Siedlung mit Wärme und Strom beliefert. Dabei ist die Auslastung auf den Wärmebedarf angepasst; Spitzen im Stromverbrauch werden von außen eingespeist.

Ergänzt wird dieses Konzept, das gegenüber Einzelfeuerung mit z.B. Brennwerttechnik min. 70% weniger Schadstoffe ausstösst, durch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Parkdecks im südlichen Bauabschnitt, die 29 kWp Leistung hat.

Das Zusammenspiel von BHKW und Photovoltaikanlage wird derzeit in einem europaweiten Forschungsprojekt untersucht. Hierzu wurde am Parkdeck ein Container aufgestellt, der neben Batterien auch die notwendige Messtechnik beherbergt.

Zudem sind alle Häuser mit BUS-Technologie ausgestattet, um die Steuerung des Energie-Verbrauchs benutzerspezifisch optimieren zu können.

Das 9-Fam. Wohnhaus mit Bürogeschoss im Passiv-haus-Standard hatte 2003/04 folgenden Energiebedarf.

Whg.
WFL
Personen
Heizung EUR/a
Heizung EUR/qma
WW EUR/qm
WW/Pa
WW/qma
Gesamt EUR/a
Gesamt EUR/qma
Gesamt EUR/Monat
UG
186
10
203,89
1,10
183,74
18,37
0,99
387,63
2,08
32,30
x
49
x
68,38
1,40
189,74
189,74
3,87
258,12
5,27
21,51
x
52
x
72,30
1,39
186,64
93,32
3,59
258,94
4,98
21,58
x
52
x
18,57
0,36
73,06
73,06
1,41
91,63
1,76
7,64
x
76
x
42,17
0,55
191,66
63,89
2,52
233,83
3,08
19,49
x
76
x
68,39
0,90
319,86
79,97
4,21
388,25
5,11
32,35
x
81
x
61,76
0,76
261,01
52,20
3,22
322,77
3,98
26,90
x
81
x
64,92
0,80
257,08
71,42
4,41
422,00
5,21
35,17
x
81
x
92,22
1,14
145,45
48,48
1,80
237,67
2,93
19,81
x
81
x
86,48
1,07
385,43
55,06
4,76
471,91
5,83
39,33
gesamt
815
41
779,08
0,96
2.293,67
55,94
2,81
3.072,75
3,77
256,06
durchschnittlicher Heizwärmebedarf/qm Jahr (a)
Heizung
Erdgas H = 1,77 cbm/qm a
18,87 kWh/qm a
0,96 EUR/qm a
Warmwasser
Erdgas H = 5,18 cbm/qm a
52,22 kWh/qm a
2,81 EUR/qm a
gesamt
Erdgas H = 6,95 cbm/qm a
71,09 kWh/qm a
3,77 EUR/qm a

Ermöglicht wurde das durch 16 cm WD unter der Bodenplatte, 20 cm WDVS mit TWD, Dreifach-Verglasung, 22 cm WD im Dach sowie einer Wärmerückgewinnung für das Bürogebäude.

BHKW 


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